Entlastungsstraße
Foto: N.N.
(CC BY-SA 4.0)
Die Entlastungsstraße war eine bedeutende Verkehrsader in Berlin, die von 1961 bis 2006 existierte. Sie verlief in Nord-Süd-Richtung durch den östlichen Teil des Großen Tiergartens und war Teil der Bundesstraße 96. Der Bau dieser Straße wurde notwendig, nachdem im August 1961 die Berliner Mauer errichtet wurde und somit die Durchquerung Ost-Berlins nicht mehr möglich war. Innerhalb von nur 44 Tagen wurde eine 1,2 Kilometer lange Strecke durch den Tiergarten angelegt.
Ursprünglich als Provisorium konzipiert, erhielt sie am 8. Januar 1962 die Bezeichnung „Entlastungsstraße“. Diese Straße war ein wichtiger Bestandteil der Verkehrsplanung und wurde vor allem für den öffentlichen Nahverkehr genutzt, da sie eine bedeutende Verbindung zwischen verschiedenen Stadtteilen herstellte. Trotz ihrer Funktion wurde sie weithin als städtebaulicher Makel wahrgenommen.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands begannen 1992 ernsthaft Planungen, die Entlastungsstraße durch einen Tunnel zu ersetzen. Der Bau des Tiergartentunnels startete 1995. Mit der Eröffnung des Tunnels 2006 wurde die Entlastungsstraße schließlich zurückgebaut und durch eine Bepflanzung der ehemaligen Schneise ersetzt.
Insgesamt steht die Entlastungsstraße exemplarisch für die Veränderungen in der städtischen Infrastruktur Berlins im Laufe der Zeit.
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