Richardstraße (Berlin)
Foto: Nicor, Tabsnic
(CC BY-SA 3.0)
Die Richardstraße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Neukölln, die nach einem Tempelritter namens Richard benannt sein könnte. Sie gehört zu den ältesten Straßen des ehemaligen Böhmisch-Rixdorf und spiegelt die Geschichte des Gebiets wider. Im Jahr 1737 gestattete Friedrich Wilhelm I. die Ansiedlung böhmischer Exilanten, die entlang der Richardstraße lebten und eine eigene Kirche errichteten. Architektonisch prägen vor allem Bauernhäuser im märkischen Stil das Bild dieser Straße, die Teil des unter Denkmalschutz stehenden kulturellen Ensembles Böhmisches Dorf ist.
Die Richardstraße verläuft von der Karl-Marx-Straße bis zur Braunschweiger Straße und kombiniert dicht bebaute Innenstadtbereiche mit kleineren, grüneren Siedlungen. Historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und früher sind hier vorhanden, darunter das Wohnhaus Richardstraße 20/21 und das Gehöft Richardstraße 79.
Ein wesentlicher Teil der Geschichte der Richardstraße ist auch der sogenannte Richardstraßenprozess, der in den 1930er Jahren stattfand und eine Auseinandersetzung zwischen sozialistischen und nationalsozialistischen Kräften markierte.
Insgesamt ist die Richardstraße ein bedeutendes Zeugnis der urbanen Entwicklung und der historischen und kulturellen Identität von Neukölln.
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